Abenteuer Wanderung
Am Samstag klingelte der Wecker um 4:30 Uhr – auf zur Wanderung! Eine Uber-Fahrerin hatte sich netterweise bereit erklärt, mich und eine andere deutsche Studentin zu dieser unmöglichen Uhrzeit abzuholen. Ohne Frühstück ging es dann 45 Minuten lang zu unserem Ziel, dem Ecoparque Pedro do Indio. Dies ist kein echtes Naturschutzgebiet, sondern ein riesiges Gelände in privater Hand, auf dem neben Viehzucht auch Ökotourismus betrieben wird. Der Name bezieht sich auf eine Steinkante, die an das Gesicht eines Ureinwohners erinnern soll. Dort angekommen, haben wir uns zunächst von einem Deck aus den Sonnenaufgang über den Ebenen angeschaut. Sehr bekannt ist hier eine Felsformation aus drei Steinen, die „Tres Pedras” (also einfach drei Steine) genannt wird. Diese Felsformation wurde aufgrund ihres markanten Aussehens schon früher als Wegmarkierung für den Peabiru-Pfad verwendet. Der Peabiru-Pfad (Trilha do Peabiru) ist ein antiker transkontinentaler Weg, der vor der Kolonialisierung Südamerikas von verschiedenen indigenen Völkern genutzt wurde, um den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean in den Anden (Inka-Reich) zu verbinden. Das aus der Sprache Tupi-Guaraní stammende Wort „Peabiru” bedeutet „eingedrückter Grasweg”. Als wir uns gerade auf den Rückweg machen wollten, kam überraschend eine Gruppe kleiner Affen vorbei. Sie rannten quer übers Deck und turnten übermütig in den Bäumen. Obwohl ich weiß, dass ich in Brasilien bin, habe ich nicht damit gerechnet. Vielleicht habe ich mich zu sehr an das Stadt- und Krankenhausleben gewöhnt. Danach ging es zurück zum Frühstücksbuffet. Viele Brasilianer essen Kuchen zum Frühstück, dementsprechend gab es beim Buffet eine große Kuchenauswahl, aber zum Glück auch noch andere Sachen. Dann ging es endlich los. Wir, das heißt die andere Studentin, unser Guide und ich, sind zu dritt losgestiefelt. Wir liefen die nach dem Peabiru-Pfad benannte Wanderung. Insgesamt 13 km, erst runter ins Tal, dann auf der anderen Seite wieder hoch und schließlich mit Seilsicherung auf den ganz rechten der drei Felsen. Zum Glück war es dauerhaft leicht bewölkt, sodass wir nicht in der prallen Sonne eingegangen sind. Der Weg war abwechslungsreich, teilweise auch anstrengend, aber insgesamt sehr schön. Er führte durch unterschiedliche Waldformen, Plantagen, Rinderweiden und Steppe. An manchen Kletterstellen war ich froh, die Seilsicherung zu haben. Unser Guide hat uns spannende Geschichten und Infos über die Landschaft und Geschichte erzählt. Die Aussicht von oben war traumhaft, doch leider war die Sicht aufgrund der Wetterlage und der vielen Feuer nicht so gut.
Am besten erzählt man so etwas in Bildern!
















Alles abgebrannt
Am Sonntag war dann nur ein bisschen Haushalt an der Reihe, erstaunlicherweise ohne Muskelkater oder Blasen an den Füßen.