Rio de Janeiro
Unser letzter Stopp: Rio! Wir kommen am späten Nachmittag an und gönnen uns erst einmal eine Pause. Deshalb beginnen wir nicht schon heute mit dem Erkunden. Am nächsten Morgen wird erst einmal ausgeschlafen. Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es los. Aufgrund der Wettervorhersage steht als erstes die Statue von Christus dem Erlöser auf dem Programm. Wir fahren mit der Zahnradbahn gemütlich den Berg hinauf und schließen uns den Menschenmassen an. Leider ist es sehr voll, aber was kann man anderes erwarten. Die Aussicht ist großartig und das Wetter ist gut, doch aufgrund der Menschenmassen können wir das leider alles gar nicht so sehr genießen. Trotzdem lassen wir uns Zeit und genießen den Moment.


Anschließend geht es mit der Zahnradbahn hinunter und durch die Stadt zum Botanischen Garten. Dieser ist riesig und wunderschön. Wir verbringen Stunden dort und müssen uns zum Ende hin trotzdem beeilen, um alles zu sehen. Es gibt hunderttausend unterschiedliche Pflanzen, riesige Palmen und Mangobäume und insgesamt eine wunderschöne Parkanlage. Wir sehen sogar eine hübsche Schlange, einen Tukan und Affen.







Am Abend essen wir noch einmal lecker und gehen dann zurück ins Hotel. Dort gönnen wir uns beide noch eine Massage im Zimmer. Am nächsten Morgen geht es früh rauf zum Zuckerhut. Mit einer Seilbahn fahren wir über zwei Stationen hoch und erkunden gemütlich den nett angelegten Aussichtspunkt. Die Aussicht ist toll. Weil das Wetter nicht besonders gut ist und Regen angesagt ist, sind kaum andere Touristen da. Runter fahren wir nur eine Station mit der Seilbahn und laufen den Rest. Auch hier sehen wir wieder Affen, und der Weg endet hübsch am Strand.








Kurz nachdem wir unten angekommen sind, fängt es an zu regnen. Das Naturhistorische Museum hat leider geschlossen, weshalb wir uns stattdessen in ein Aquarium flüchten. Das ist als Regenprogramm ganz nett, aber auch nicht mehr. Im selben Gebäude befindet sich noch eine Art Spiegelausstellung, die wir uns ebenfalls ansehen. Anschließend gehen wir noch ins Militärmuseum. Leider sind dort alle Infotafeln auf Portugiesisch. Trotzdem ist es ganz nett gemacht.





Das Museum liegt direkt vor unserem Hotel am Strand von Copacabana, sodass wir von hier aus direkt zum Sonnenuntergang an den Strand gehen können. Aufgrund des Wetters können wir leider nicht besonders viel vom Sonnenuntergang sehen, trotzdem ist es schön, zu beobachten, wie es dunkel wird. Dennis springt noch kurz in den Pool, doch bei unter 20 °C und Wind erfriere ich schon beim Gedanken daran.


Am nächsten Morgen steht als Erstes der Besuch einer berühmten Treppe auf dem Programm. Die Treppe Celarón ist ein farbenfrohes Kunstwerk des chilenischen Künstlers Jorge Selarón. Er verzierte eine öffentliche Treppe mit Tausenden von bunt glasierten Fliesen aus aller Welt mosaikartig. Gerade als wir ankommen, fängt es an zu schütten. Das hat für uns den Vorteil, dass die sonst übervolle Treppe plötzlich leer ist. Wir betrachten in Ruhe die Fliesen und entdecken auch welche aus Stuttgart und Österreich.




An einem alten Aquädukt vorbei geht es zur Catedral Metropolitana de São Sebastião, einer modernen, kegelförmigen Kirche mit hübschen Fenstern. Der Stil selbst sagt mir nicht so zu, aber das Geräusch des prasselnden Regens verleiht dem Ganzen eine nette Atmosphäre. Anschließend besuchen wir die königliche Bibliothek. Das 1837 gegründete Real Gabinete Português de Leitura in Rio de Janeiro ist eine prachtvolle neugotische Bibliothek mit über 350.000 portugiesischen Büchern und gilt als eine der schönsten der Welt. Ein wirklich toller Ort! Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel landen wir erst spontan in einem tollen Bücherladen mit cooler Treppe und essen danach eine Acai-Bowl.






Dann besuchen wir zwei Kirchen, darunter die Candelaria-Kirche. Sie ist eine prachtvolle barock-neoklassizistische Kirche aus dem 18.–19. Jahrhundert und als religiöses Wahrzeichen sowie durch das tragische Massaker von 1993 bekannt, bei dem auf schlafende Straßenkinder geschossen wurde. Wir fliehen vor dem Regen in eine Mall und stolpern in eine Ausstellung von Flávio Cerqueira, der coole Statuen macht. Auf dem Weg zu unserem eigentlichen Ziel, einem Museum, gelangen wir vorher noch zum Marinestützpunkt. Wir schauen uns ein Schiff und einen Marinehelikopter an. Uns wird auch eine Tour zu einer Anlage auf einer Insel angeboten, die aber nur auf Portugiesisch ist, weshalb wir ablehnen. Nun geht es endlich zum „Museum von Morgen”. Das Museum ist ein futuristisches Wissenschaftsmuseum, das Besucher mit interaktiven Ausstellungen zu Themen wie Klima, Technologie und Nachhaltigkeit zum Nachdenken über die Zukunft anregt. Man durchläuft eine multimediale Ausstellung, die in fünf thematische Abschnitte unterteilt ist: „Kosmos“, „Erde“, „Anthropozän“, „Morgen“ und „Wir“. Dabei wird man mit Fragen wie „Woher kommen wir? Wer sind wir? Wo stehen wir? Wohin wollen wir?“ konfrontiert. Es gibt viele interaktive Stationen, an denen man kleine Spiele spielen kann. Außerdem wird der wissenschaftliche Aspekt mit einem künstlerischen verknüpft. Es ist ein sehr faszinierendes Museum, in dem wir gerne länger geblieben wären.







Am Abend gönnen wir Dennis noch ein kleines Highlight. Wir gehen in eine Churrascaria. In einer brasilianischen Churrascaria wird das Fleisch direkt vom Grill auf den Teller geschnitten, während die Kellner mit großen Spießen von Tisch zu Tisch gehen. Dazu gibt es in der Regel ein Buffet mit Beilagen und Salaten. Mit einer kleinen Karte mit einer roten und einer grünen Seite zeigt man an, ob der Kellner Fleisch auf den eigenen Teller schneiden soll oder nicht. Es gibt viele verschiedene Sorten, von Rinderfilet bis hin zu Hühnerherzen.


Leider ist unser letzter Tag nur ein halber, da wir um halb eins zum Flughafen aufbrechen müssen. Heute zeigt Rio endlich einmal seine schöne Seite und präsentiert sich nicht mit Regen, sondern mit 30 Grad und Sonnenschein. Perfekt für einen Morgen am Strand! So können wir die tollen Wellen vor dem Zuckerhut bestaunen und uns in die Fluten stürzen. Danach geht es zurück nach Deutschland. So schnell können zwei Monate vergehen.



Nach einem zwölfstündigen Flug kommen wir bei schönstem Herbstwetter hier an. Am nächsten Tag geht es für uns beide direkt mit der Arbeit weiter. Ich beginne jetzt für weitere zwei Monate in der Chirurgie in Deutschland.