Beton-Dschungel São Paulo

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Beton-Dschungel São Paulo

Am Freitag bin ich mit dem Bus nach São Paulo gefahren. Am Samstagmorgen war Dennis endlich hier! Leider ist er viel zu früh morgens gelandet, nämlich um 5:40 Uhr, aber nach eineinhalb Monaten bin ich jetzt sehr froh, ihn endlich wieder in die Arme schließen zu können. Die nächste Zeit werden wir damit verbringen, Brasilien zu erkunden, und ich kann ihm alles zeigen, was ich hier kennengelernt habe. 

  1. Stopp: São Paulo, die größte Stadt Südamerikas.

Erster Tag: Erstmal im Hotel ankommen, nach dem 12-stündigen Flug duschen, frühstücken und dann nochmal ein Stündchen schlafen. Danach geht es los. Wir erkunden die Stadt ein bisschen zu Fuß und gehen durch kleine Märkte. Leider ist das Wetter nicht besonders gut: 17 Grad und Nieselregen. Wir schlendern durch eine Mall und einen kleinen Park, genießen heißen Kakao und lassen uns vom grauen Chaos der Stadt begrüßen. Dann gibt es Pasteis, frittiertes Teiggebäck mit herzhafter Füllung, und dazu Caldo de cana, gepresster Zuckerrohrsaft. Beides findet Dennis sehr lecker. Nach dieser Stärkung besuchen wir das Fußballmuseum, in dem man viel über die Geschichte des Fußballs in Brasilien lernen, Fangesänge üben und historische Ereignisse abspielen lassen kann. Für Dennis ist der interaktive Teil jedoch der beste. Hier kann man 4 gewinnt mit Fußball spielen, Sitzfußball und noch viele weitere Minispiele spielen. Natürlich hat Dennis immer alles gewonnen. Da es draußen weiterhin regnet und kalt ist und Dennis den Jetlag stark spürt, beschließen wir, den restlichen Abend im warmen Hotel zu verbringen.

Zweiter Tag: Sonntags ist eine der Hauptstraße, die Avenida paulista, für den Autoverkehr gesperrt, sodass dort eine Art Straßenfest statt findet. Viele Leute joggen, fahren Fahrrad oder Skateboard oder schlendern einfach die Straße entlang. Es treten viele Straßenkünstler auf und es gibt überall kleine Marktstände mit Kunst, Essen und Souvenirs. So verbringen wir den Morgen an unserem zweiten Tag in São Paulo. Außerdem besuchen wir das MASP, das Museum für Kunst. Ein großer Teil der Ausstellung dreht sich um die Natur und das Verhältnis des Menschen zur Natur. Zu meiner großen Verwunderung interessiert sich Dennis viel mehr für die Ausstellung als ich und genießt sie. Ich finde die Kunstwerke häufig zu abstrakt, verrückt und langweilig. Als wir weiter die Straße entlangwandern, finden wir uns auf einmal in einer anderen Ausstellung über die künstlerische Darstellung des Körpers wieder. Wir verknüpfen uns wie Synapsen und können mithilfe von Pulssensoren unseren Herzschlag in Musik und Farbe darstellen. Keine 20 Meter weiter sind wir plötzlich in einem Theater und schauen uns 45 Minuten lang ein Stück an, ohne irgendetwas zu verstehen. Die Inszenierung gefällt uns jedoch beiden sehr, und auch die eingesetzten Mittel sind überraschend kreativ. Wir sind uns einig: „Schön, dass wir drin waren.“ Nach einem Mittagessen im Steakhaus geht es wieder ins MASP. (Draußen regnet es und ist kalt.) Hier geht es in eine Bildergalerie mit unter anderem sehr bekannten Künstlern wie Monet, Picasso, Cézanne, Manet, Bellini und Renoir. Da die Bilder und Stile so unterschiedlich sind, ist für jeden Geschmack etwas dabei. Dann besuchen wir noch schnell vor Schluss eine Ausstellung von Frans Krajcberg. Er macht naturverbundene Kunst, indem er aus verkohlten Bäumen, Wurzeln und anderen Naturmaterialien aus abgebrannten Regenwäldern Skulpturen und Installationen fertigt, die ein Protest gegen Umweltzerstörung sind. Im Sonnenuntergang schlendern wir verfroren nach Hause, um noch einen Tee zu trinken und ein bisschen Karten zu spielen.

Dritter Tag: Nach so viel Kultur muss auch mal etwas anderes sein. Nach einem gemütlichen Frühstück brechen wir zum Park Ibirapuera auf. Wir mieten uns spontan ein Dreirad mit zwei Sitzen und fahren eine Stunde lang kreuz und quer durch den Park, der bei gutem Wetter eine willkommene Abwechslung bietet. Er ist wunderschön mit seinen Pflanzen, dem herrlichen Sonnenschein und den mehreren Seen. Anschließend schauen wir uns zu Fuß noch ein wenig um. Auch hier gibt es viele Museen und Kunstausstellungen. Danach geht es mit Uber ins Stadtzentrum. Wir essen schnell ein Mittagessen aus Coxinhas auf die Hand und dann geht es los zur Stadtführung. Wir erfahren etwas über das erste Gebäude São Paulos, ein kleines Kloster, und über die Kathedrale, das Rathaus und die Stadtentwicklung. Nach zweieinhalb Stunden ist die Tour vorbei, obwohl es sich gar nicht so lange angefühlt hat. Im schönen Abendlicht geht es nun zu Dennis' Highlight, der Batman Alley. Das ist eine berühmte Gasse, die für ihre farbenfrohen Graffiti und Street-Art-Kunstwerke bekannt ist und ein beliebter Treffpunkt für Künstler und Touristen darstellt. Hier kann man sich an den Graffitis gar nicht sattsehen, und es gibt wieder sehr viele kleine Galerien und Stände, in denen die Künstler ihre Kunst ausstellen. Ausgehungert gibt es noch eine hawaiianische Poke Bowl zum Abendessen, dann geht es auch schon wieder zurück ins Hotel.

Vierter Tag: Wir haben uns hier in São Paulo noch nie einen Wecker gestellt und werden das am letzten Tag nicht ändern! Nach einem entspannten Frühstück vom Buffet packen wir unsere Koffer und geben sie an der Rezeption ab. Da Dennis noch nie auf einem Markt war, gehen wir vormittags noch zu den Markthallen. Es ist immer ein Erlebnis, wenn die Kreissäge die Rinderhälften zerteilt, die Fische so frisch sind, dass sie einen mit Blicken verfolgen, und wenn man keinen Meter gehen kann, ohne von Verkäufern angesprochen zu werden. Wir gönnen uns einen kleinen Snack aus Pastéis und Caldo de Cana und schlendern noch ein bisschen durch die Stadt. Es gibt hier ein japanisches Viertel mit Tempeln. Wir holen unsere Koffer a Hotel ab und machen uns auf den Weg zum Flughafen. Jetzt geht es zu den Iguazú-Wasserfällen!