Ein Wochenende in Sorocaba

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Ein Wochenende in Sorocaba

Etwas verspätet kommt hier mein Bericht über mein Wochenende. Eigentlich wollte ich schon früher darüber berichten, aber die Woche war sehr voll und an dem einzigen freien Tag hatten wir einen heftigen Sturm mit Stromausfall. Mein Dach hat jetzt ein paar Schindeln weniger und mein Gehweg ein paar mehr, aber ansonsten ist alles okay.

Ich glaube da fehlt was


Am Freitag bin ich mit meinem Student Buddy nach der Arbeit zu seiner Familie nach Sorocaba gefahren, das ist eine Stadt in der Nähe. Sorocaba hat 700.000 Einwohner, ist also deutlich größer als Botucatu, und liegt ca. zwei Stunden Autofahrt entfernt. Dementsprechend spät sind wir bei seiner Familie angekommen und haben am Freitag nichts mehr unternommen. Er lebt im obersten Stock eines Hochhauses mit einer tollen Dachterrasse mit super Ausblick.
Nach einem entspannten Frühstück mit Pão de Queijo (Käsebrötchen aus Maniokmehl) ging es am Samstag erst einmal Obst einkaufen – und zwar kiloweise. Das Obst ist hier deutlich günstiger und die Stapel im Supermarkt sind riesig.

Anschließend sind wir nach São Paulo gefahren, um das Museu de Ipiranga zu besuchen. Es wurde genau an der Stelle errichtet, an der die Unabhängigkeit Brasiliens ausgerufen wurde. Das im neoklassischen Baustil errichtete Gebäude ist reich geschmückt. Unter anderem wird in verzierten Glaskugeln Wasser aus allen großen Flüssen Brasiliens aufbewahrt. Das Museum selbst zeigt zum einen die Geschichte und Architektur des Gebäudes, zum anderen die Lebensweise der Brasilianer in den letzten 100 Jahren im Allgemeinen. Man kann alte Küchengeräte anfassen, ein Rezeptbuch durchblättern und an verschiedenen Dingen riechen, beispielsweise an Kaffee. Auch viele Gemälde werden dort ausgestellt. Insgesamt war es ein sehr netter Besuch, wenn auch nicht wahnsinnig fesselnd. Danach sind wir noch durch São Paulo geschlendert und haben uns die Stadt ein wenig angeschaut. Zum Abendessen gab es hawaiianische Poke Bowls. Anschließend traten wir müde den Heimweg an.

Eigentlich wollten wir am Sonntag in einem kleinen Nationalpark in der Nähe wandern gehen. Aktuell ist es in Brasilien sehr trocken, weshalb es immer wieder zu kleinen Feuern kommt, die auch am Wegrand zu sehen sind. Leider gab es auch im Nationalpark ein Feuer, sodass wir unsere Wanderung absagen mussten. 

Stattdessen sind wir durch verschiedene Parks in Sorocaba gelaufen und haben uns den Botanischen Garten angeschaut.

Mittags waren wir bei der Mutter meines Buddy zum Mittagessen eingeladen und haben uns ein wenig ausgeruht. Wenn man tatsächlich mal mittags das Haus verlässt, friert man nicht, sondern schwitzt in der Mittagshitze. Anschließend sind wir nach Itu, einer Stadt in der Nähe, gefahren. Sie ist etwa so groß wie Botucatu, aber bekannter für „große Dinge“. Im Stadtzentrum stehen verschiedene Alltagsgegenstände im Großformat, wie eine Telefonzelle oder eine Ampel. Wir haben uns ein wenig umgesehen und uns natürlich noch eine Acai-Bowl gegönnt. Zusätzlich haben wir noch eine geologische Stätte besucht, wo uns der Regen überrascht hat. Abends sind wir noch lecker essen gegangen. Am Montagmorgen sind wir sehr früh aufgestanden, um nach Botucatu zurückzufahren und direkt zur Arbeit ins Krankenhaus zu gehen. Insgesamt war es ein nettes Wochenende und ich bin dankbar, dass mein Student Buddy mich zu seiner tollen Familie mitgenommen hat.